Pedaleffizienz beim Rennradfahren
Gewicht und Aerodynamik werden optimiert — doch die Pedaleffizienz bleibt oft aussen vor. Hobbyfahrer erreichen im Schnitt 30–40%, Profis bis zu 60%. Hier liegt das grösste ungenutzte Potenzial auf dem Rad.
Gewicht und Aerodynamik werden optimiert — doch die Pedaleffizienz bleibt oft aussen vor. Hobbyfahrer erreichen im Schnitt 30–40%, Profis bis zu 60%. Hier liegt das grösste ungenutzte Potenzial auf dem Rad.
Für die Optimierung der Rennradperformance wird ausgiebig über Gewicht, Aerodynamik und Rollwiderstand diskutiert. Aber wie steht es eigentlich mit der Effizienz der Pedalbewegung des Fahrers selbst? Die Pedaleffizienz bleibt oft unbeachtet, obschon deren Steigerung ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Gesamtperformance beim Rennradfahren birgt.
Mit dem Bike Fitting Pro bietet Vélobsessive eine Lösung die Pedaleffizienz zu messen, zu analysieren und zu verbessern.
In einer idealen Welt würde die gesamte Kraft der Pedalbewegung zu unmittelbarem Vortrieb für das Rennrad führen. Bedauerlicherweise ist dies in der Praxis nicht der Fall, da genau in dem Moment, in dem ein Bein an der Kurbel die höchste Vortriebskraft entwickelt, das andere Bein gegen diese Bewegung drückt. Dadurch wird der erzeugte Vortrieb vom Fahrer selbst gebremst. Zusätzlich gibt es weitere Faktoren, welche die Pedaleffizienz beeinträchtigen können. Dazu zählen seitliche Ausweichbewegungen oder eine unzureichende Synchronisation der Kraftabgabe mit der Kurbelposition. Wenn der Fahrer seitlich ausweicht oder zum falschen Zeitpunkt Druck auf die Kurbel ausübt, führt dies nicht zu effizientem Vortrieb.
Die Pedaleffizienz wird in Prozent ausgedrückt und gibt an, welcher Anteil der Gesamtkraft tatsächlich in Vortrieb umgesetzt wird.
Im Rahmen eines Vélobsessive Bike Fitting Pro wird die Pedaleffizienz präzise gemessen und analysiert. Dabei erfolgt die Messung der Pedalbewegung auf dem Bike Fitting Simulator über einen definierten Zeitraum und unter Belastung in drei Dimensionen. Dies beinhaltet nicht nur die vertikale Kraft von oben auf das Pedal, sondern auch seitliche Ausweichungsbewegungen und die Kraftabgabe in Relation zur Kurbelposition.
Nach der Messung wird ein detaillierter Report erstellt, der die folgenden Parameter separat für die linke und die rechte Seite auswertet:
Dieser Wert drückt die Totale Pedaleffizienz aus, in diesem Beispiel liegt er bei 30%. (34% links, 26% rechts)
Die prozentuale Aufteilung der Kraftverteilung zwischen linkem und rechtem Bein, hier 45% rechts und 55% links.
Die blauen und roten Pfeile repräsentieren Kraftvektoren in Bezug auf die Position der Kurbel. Bei 0° befindet sich das rechte Pedal oben, bei 180° unten. Die roten Pfeile stehen für Kräfte, die den Vortrieb hemmen, während die blauen Pfeile Kräfte darstellen, die zu Vortrieb führen. An diesem Beispiel wird deutlich, dass die roten Pfeile zwischen 180° und 360° nach unten zeigen und somit die Vortriebsbewegung bremsen. Selbst die grossen blauen Pfeile bei 180° haben zwar eine beträchtliche Grösse, zeigen jedoch nach unten, was in dieser Kurbelposition nicht zu Vortrieb führt. Diese Kraft verpufft grösstenteils.
In der Ansicht von hinten wird die seitliche Abweichung der Kraftvektoren deutlich. In diesem Beispiel drückt der Fahrer leicht nach innen. Dies kann auf eine zu kurze Pedalachse oder anatomische Ursachen zurückzuführen sein.
Dieses Bild fasst den Zeitpunkt der höchsten Kraftentwicklung in Bezug auf die Kurbelposition zusammen. Im Beispiel ist zu erkennen, dass die Kraftentwicklung am rechten Bein etwas zu spät erfolgt (roter Strich), nämlich erst bei einem Kurbelwinkel von 119°, idealerweise sollte dies zwischen 90-110° geschehen. Im Liniendiagramm sollte die blaue Linie der Gesamtkraft möglichst nah am jeweiligen Fuss liegen, der den Vortrieb erzeugt. Hier zeigt sich, dass der rechte Fuss stärker bremst als der linke.
Im abschliessenden Bild des Berichts wird die Bremswirkung des hinteren Fusses erneut zusammengefasst, ebenso wie die seitliche Verteilung der Kraft auf das Pedal. Die Krafteinwirkung auf das Pedal sollte möglichst zentriert sein, und die Verteilung sollte so schmal wie möglich sein.
Nachdem die Daten der Pedalanalyse ausgewertet und analysiert wurden, ist es entscheidend, entsprechende Massnahmen zu ergreifen, um Verbesserungen zu erzielen. Bereits während des Bike Fittings können verschiedene Kurbellängen getestet werden, um deren Einfluss auf die Pedaleffizienz zu evaluieren. Beispielsweise können kürzere Kurbellängen zu einer runderen Pedalbewegung führen und somit die Effizienz steigern. Bei seitlichen Ausweichbewegungen könnte eine verlängerte Pedalachse Abhilfe schaffen.
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"Ich hatte es satt, viel Geld für Fahrräder auszugeben, die nie wirklich passten. Also gründete ich Vélobsessive."
Gründer von Vélobsessive & Bike Fitter
[ DER MANN HINTER DEM BLOG ]
Thomas Glättli ist die treibende Kraft hinter Vélobsessive. Als begeisterter Radfahrer und engagierter Amateursportler hatte er es satt, Kompromisse eingehen zu müssen, wenn es darum ging, das perfekte Rennrad zu finden. Im Jahr 2019 gründete er Vélobsessive mit einem klaren Ziel: Nicht der Fahrer sollte zum Fahrrad passen, sondern das Fahrrad zum Fahrer.